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13. Deutsche Cheerleading Meisterschaft 2003 - Ein Bericht von Trainerin Yvonne Geto24.03.2003 | Alles fing im Oktober an. Ich hatte mich dazu entschlossen einen Trainer aus den USA zu holen. Danny Essin studierte an der Ohio State und sollte uns tatkr?ftig unterst?tzen und neue Techniken im Pyramiden und Stunt Bereich beibringen. Wir trainierten 4-5 mal w?chentlich für die bevorstehende Landesmeisterschaft im Dezember. Auf dem Trainingsplan stand Anfangs nur Grundlagen- und Konditionstraining. Zwei Wochen vor der Meisterschaft war dann endlich unsere Routine komplett. Leider mussten wir Marina - unseren Top-Flyer - wegen eines gebrochenen Fu?es aus dem Programm herausnehmen.
Am 14. Dezember dann, traten wir gegen 5 weitere Teams bei der Hessenmeisterschaft an, hatten beste Erfolgsaussichten und gl?nzten in unserer K?r zunächst mit einer beeindruckenden Choreographie. Nach wenigen Minuten dann der Schock: Nina st?rzte bei einer Hebefigur und brach sich zwei Halswirbel an. Der Auftritt musste abgebrochen werden. Obwohl wir unsere Show ?ohne Nina- noch zu Ende bringen durften, rechnete keiner mehr mit einem Sieg. Doch die Jury war da anderer Meinung. So landeten wir auf Platz 1 und hatten uns für die Deutsche Meisterschaft in Leverkusen qualifiziert.
Wegen seines Abschlusses an der Universit?t verließ uns unser US-Coach im Dezember und wir trainierten fortan, zwischen den Spielen von Avitos Gießen und zahlreichen Showauftritten, für die bevorstehende DM 2003. Mir gelang es Gabi Weller (mehrfache Deutsche Meisterin, Weltmeisterschafts- und Olympia-Teilnehmerin) für unser Team zu begeistern. Durch ihre Hilfe wollten wir im Tumbling noch mehr Leistung erzielen. Nun waren mit Gabi Weller, meiner Co. Trainerin Theresa Hartenstein und mir drei Frauen an der Front, die sich in der nächsten Zeit durch gute Zusammenarbeit auszeichneten. Dann, w?hrend der Proben vor einem Basketball Spiel im Januar verletzte sich ein weiterer Top-Flyer. Hanna fiel mit einem Bänderriss für l?nger aus. Das bedeutete für zwei M?dels unseres Junior Teams sie konnten ihren Aufstieg in das Senior Team feiern.
Nach vielen änderungen lief endlich alles nach Plan, ich war mir sicher wir können eine gute Show liefern und steckte mir zum Ziel nicht den letzten Platz zu belegen. Aber das Glück lag nicht auf unserer Seite die nächste Horrormeldung k?ndigte sich an: Tammy hat einen Haarriss an der Elle des linken Arms, sie verließ mit einem Gips die Unfallchirurgie und dass an dem Mittwoch vor der DM! Erst Donnerstag Abend versuchten wir im Training die Lücke zu f?llen, dass hie? für einige der M?dchen
neue Parts zu übernehmen und Teile der Choreographie umlernen. Alle waren ziemlich down.
Ich musste meine ?briggebliebenen Damen davon überzeugen, dass wir gemeinsam stark sind. Und so war das Motto für den nächsten Tag ?TEAM? !!!
7.30 Uhr - Abfahrt: Wir warteten (in eisiger K?lte) auf das Co-Ed-Team aus Hanau, die sich ebenfalls für die DM in Leverkusen qualifiziert hatten, und uns auf dem Weg nach Leverkusen einsammelten. Die Fahrweise des Busfahrers aus Hanau machte uns etwas Sorgen und bei einigen Cheerleadern verbreitete sich schon jetzt ein mulmiges Gef?hl in der Magengegend.
9.30 Uhr - Stellprobe Tornado Cheer: Oh da waren wir gerade bei Hagen, unser Busfahrer hatte sich leicht verfahren...um 10.20 trafen wir in der Wilhelm Dopattka Halle ein. Wir konnten dann um 10.30 Uhr unsere Stellprobe machen, die dann allerdings viel zu kurz für uns war. Jetzt sp?rte man schon den Wackelpudding in den Beinen. Wir machten uns auf in die Warm up Halle und stellten schnell fest unsere Entscheidung heute hier anzutreten war eine gute Entscheidung! Positive Energien machten sich breit.Nach einigen Durchl?ufen f?hlten sich alle bestärkt und Kristina k?mmerten sich um das einheitliche Make up. Um 15.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Arena, die Halle war ausverkauft, die Stimmung ganz weit oben, das war schon gewaltig. Wir sahen Tornado Cheer Schilder und Banner und ganz viel Fans, die uns zuwinkten. Wir hatten noch ca. 15 Min bis zu unserm Auftritt. Dies ist die Phase der h?chsten Anspannung, man sp?rt einen Mega-Nervenkitzel! Normalerweise ruf ich in dem Moment das Team zusammen und sage noch ein paar Worte. Doch diesmal war ich selbst an der Reihe da raus zu gehen und auf der Fläche mein Bestes zu geben. Das ist als Trainerin ein ganz anderes Gef?hl. Diesmal sicherten mir meine M?dchen zu, dass wir unter anderem schon zu den 10 besten Teams Deutschlands geh?ren...und wir allen zeigen wollen was wir K?nnen.
15.45 Uhr - Unser Auftritt: Wir gaben alles und hatten eine Menge Spa? auf der Fläche. Das Publikum applaudierte und unsere Fans jubelten. Ein kleiner Drop, ansonsten keine Unsicherheiten. Die schwierigen Stunts wurden gehalten. Wir waren im Gro?en und Ganzen alle zufrieden! Coni kam und gestand mir ein: In der hinteren Reihe hätte man das Kommando für den Einsatz des Cheers nicht rechtzeitig geh?rt, durch das jubelnde Publikum haben manche vielleicht 3 Sekunden verz?gert eingesetzt. Ich war einfach nur froh, dass es vorbei war. Erst mal wieder runter kommen und allen anderen Teams zuschauen, die alle wieder unglaublich gute Leistungen zeigten!!!
20.00 Uhr ? Die Entt?uschung: Es machte sich wieder so ein komisches Gef?hl in der Magengegend breit, das ging in tiefste Entt?uschung über als zwei der Jurymitglider mir mitteilten, wir seien wegen drei fehlender Motions im Cheer disqualifiziert.
21.00 Uhr - Die Siegerehrungen: Erst Groupstunt (Sieger Munich Cowbows), dann Partner Stunt (Sieger Xtreme Berlin), dann Co-Ed (Sieger Weinheim Horns) und dann Senior Cheer. Der Sprecher sagte wir danken den Gießen Tornado Cheer für ihre Teilnahme. Verwirrung im Publikum und tapfere Aufrichtigkeit von unserer Seite her. Auf unseren Bewertungsb?gen stand ein dickes D für Disqualifikation. Wir standen trotzdem alle auf der B?hne und nahmen an der Siegerehrung teil. Ich wollte es nicht für wahr haben. Die meisten von uns nahmen es gelassen, anhand der Punktzahl konnten wir sehen dass es nicht der letzte Platz gewesen wäre. Wir hatten eine gute Leistung gezeigt und konnten voll und ganz zufrieden mit uns sein: H?chstpunktzahl im Tumbling sehr gute Punkte in Technik und Pyramiden...
24.00 Uhr ? Die Ankunft: Nach einer erneut zu langen Busfahrt sind wir heil zu Hause angekommen. Ich dachte mir am nächsten Tag werde ich wohl all meine m?den Muskeln sp?ren und würde von Cheerleading sicherlich nichts mehr h?ren wollen.
Der nächste Tag:
Die Disqualifikation ließ mir aber keine Ruhe: Mitten in der Nacht bin ich aufgestanden, habe das Regelwerk gew?lzt und habe hundert mal die Bewegungen unseres Cheers gez?hlt und versucht mich zu erinnern wann wie sp?t einige der M?dchen eingesetzt haben. Am nächsten Morgen rief ich Verena, deren Vater unseren Auftritt gefilmt hat, an und bestand darauf mir die Videoaufnahme anzuschauen. Da war für mich der Beweis. Wir haben die 8 einheitlichen Bewegungen des gesamten Teams. Sofort legte ich Wiederspruch ein und sendete das Video zu der Jurybeauftragten nach Kiel.
Am Mittwoch Vormittag rief ich bei ihr an um mich nach der Entscheidung zu erkundigen. Keine Ahnung was unsere Nachbarn wohl dachten. Ich schrie jedenfalls so laut vor Freude als ich h?rte die Disqualifikation wird zurückgenommen da die Jury durch unsere schnellen Bewegungen zu unrecht entschieden hatte!!!
Nun haben wir den 7. Platz bei der 13. Deutschen Cheerleader Meisterschaft in Leverkusen errungen!
Und ich kann nur sagen wir freuen uns schon auf die nächste Meisterschaft!
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