Dance Company des MTV 1846 Gießen
Choreographie
Ein Anfang ist nicht immer der Anfang...

Es gibt unterschiedliche Wege, zu einer Choreographie zu gelangen, wie es auch ganz verschiedene Vorstellungen davon gibt, was »Choreographie« ist.
Am Beginn steht eine Leitidee, ein Thema, ein Inhalt mit unzähligen Umsetzungsmöglichkeiten und Facetten.
Die meisten Choreographien entstehen im Collagenprinzip, d.h. sie werden nicht stringent »von vorne nach hinten« durchchoreographiert, sondern es werden zunächst Einzelteile erarbeitet, deren Reihenfolge sich im Laufe der Zeit ergibt.
Choreographie als Arrangement von Schrittmaterial zu Figuren und konstellationen
Schrittkombinationen werden unter Ästhetischen Gesichtspunkten aneinander gereiht, so dass eine abwechslungsreiche Choreographie aus vielen Bewegungsvarianten entsteht.
Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Wechsel von schnellen und langsamen Teilen,
- Gruppeneinteilung (rauslösen und verändern),
- Wechsel von Duetten, Trios, Quartetten, mehreren Gruppen etc.
Choreographie als Arrangement...
Die ganze Gruppe wird nur sparsam und an Höhepunkten eingesetzt.
Gruppenzusammensetzung: Die, die jeweils zusammen tanzen, sollen harmonisieren und synchron sein.
Soli sind für nicht-professionelle Tänzer (fast immer) ungeeignet und eine Überforderung; mehrere können »spannenderes« Tanzen.
Stilrichtungen sollen nicht in einer Sequenz wechseln, sondern - der Leitidee gemäß - etwas Bestimmtes ausdrücken.
Nur das sollte choreographiert werden, was alle können (der Gruppe anpassen, nicht überfordern).
Positionen sind so zu besetzen, dass alle ihre Stärken zeigen können.
Choreographie als Gestaltung einer inhaltlichen Aussage
Hierbei werden Textvorlagen oder musikalische Ideen umgesetzt in Sprache und Bewegung, die sich auf literarische, politische, soziale oder psychologische Themen beziehen.
Choreographie wird aufgefasst als Möglichkeit, emotionale Befindlichkeiten darzustellen und sich in und mit der Welt auseinander zu setzen.
Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Jede Bewegung ist verbunden mit einer Vorstellung dessen, was sie ausdrücken soll;
- Die Ausführenden müssen das, was sie inhaltlich ausdrücken wollen, nicht nur nachvollziehen, sondern verinnerlichen und fühlen.
- Zur Idee kann die Musik gesucht werden oder die Musik bietet die Vorlage. Illustration oder interessanter Eindruck wird erreicht durch einen starken Kontrast.
- Die Mittel müssen sparsam eingesetzt werden.
Choreographie in Bildern

Bei dieser Variante lässt man sich von Bildern leiten und choreographiert »von Bild zu Bild«, indem man sich überwiegend auf die Komposition von Linien und Farben sowie die Anordnung von Personen im Raum konzentriert.
Damit wird die Choreographie als eine rein ästhetische Darbietung und Arrangement schöner Bilder interpretiert.
Besondere Akzente und Höhepunkte sollen gesetzt werden.
Der Bühnenraum wird gezielt aufgeteilt im Hinblick auf die ästhetische Wirkung.
Vorder- und Hintergrundbilder werden choreographiert.
